HYPOXIA MEDICAL CENTER

1. Höhenzentrum Europas - über 60 Jahre Erfahrung

PRESSE - DOCS4DOCS 


 docs4docs

  

Kooperationsmöglichkeiten für Ärzte und Anforderung von Literatur/Studien/Konsensuspapieren zum jeweiligen Fachgebiet: office@hypoxia.at  


 

PRESSEBERICHTE

 

140 Jahre Höhentherapie
Pressetext.pdf (312.48KB)
140 Jahre Höhentherapie
Pressetext.pdf (312.48KB)


ORF - Bewusst gesund - Das Magazin

Andi Leitner

Höhe statt Husten - Hilfe bei Atemwegserkrankungen
Bronchitis, ständiger Reizhusten und vor allem eine häufige Erkrankung  an verschiedensten Infekten sind gesundheitliche Probleme, von denen  auch Kinder häufig betroffen sind. Eine Möglichkeit, um dem vorzubeugen, ist die sogenannte Klimakammer-Therapie. Das ist eine physikalische  Therapie, bei der in speziellen Kammern ein Aufenthalt in einer Höhe von ca. 3.500 Metern simuliert wird. Durch den veränderten Luftdruck - wie im Gebirge - wird ein Reiz auf den Körper ausgeübt, der  den Patienten widerstandfähiger gegen Erkrankungen macht. Auch dem jetzt siebenjährigen Tobias Brandstätter, der seit seiner Geburt an  einer starken Bronchitis leidet, hat der regelmäßige Aufenthalt in einer  Klimakammer sehr geholfen.

KRONE GESUND

Eva Rohrer 

GEBIRGSLUFT IN DER KLIMAKAMMER

Höhentherapie und -training gegen Atemwegerkrankungen, Stoffwechselstörungen, zur sportlichen Leistungssteigerung oder Abbau von Stress. Als Anfang des vorigen Jahrhunderts viele Menschen an Tuberkulose erkrankten, wurden sie nicht von ungefähr in das Reizklima der Berge zur Genesung geschickt. Die Erfahrung zeigte, dass eine Klimaveränderung Betroffenen gut tat. Heute weiß man viel genauer über die Auswirkungen auf den Organismus Bescheid - und das nicht nur bei Atemwegerkrankungen. Solche Höhenkuren werden heute auch als gezielte intensive (Begleit)Therapie bei den unterschiedlichsten Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt, vom Kleinkind bis zum älteren Menschen – ohne einen hohen Berg erklimmen zu müssen. Die Simulation der Höhenluft erfolgt in der Klimakammer.Natürlich sind Lungenleiden - vor allem bei Kindern - nach wie vor der Hauptgrund, um die Höhentherapie zu nützen. "Ideal ist sie für Allergiker, besonders mit Asthma bronchiale, chronischer Bronchitis, und wenn jemand sehr anfällig für Infektionen ist", so Univ.- Prof, Dr. Nikolaus Netzer, Pulmologe und Leiter des Hermann Buhl Hypoxietrainings- und –forschungszentrums der Privatmedizinischen Universität Salzburg.Meist ab der dritten Behandlung merkt man bei den Kindern Besserung: Die kleinen Patienten sind ruhiger, Husten lässt nach, Allgemeinbefinden und Schlafqualität nehmen zu. Oft kann sogar - unter ärztlicher Kontrolle - die Dosis der Medikamente reduziert werden.Auf den Reiz des Unterdruckes und geringeren Sauerstoffangebotes beginnt im Körper ein Anpassungsprozess, er arbeitet wirtschaftlicher, verschiedene Stoffwechselvorgänge werden angeregt. Prim. Dr. Sascha Sajer, Physikalischer Mediziner vom Hypoxia Medical Center in Wien: "So reagiert der Organismus zB mit verstärkter Produktion roter Blutkörperchen, es wird mehr Sauerstoff transportiert, die Atmungsorgane werden leistungsfähiger, Blutdruck und Blutzuckerspiegel sinken, Stimmung und Abwehrkraft verbessern sich. Es kommt zu antientzündlichen und Blutfett senkenden Prozessen. Bei Atemwegserkrankungen tut die entschleimende Wirkung gut, die durch die Druckunterschiede in der Klimakammer hervorgerufen wird.„Der geringere Druck erleichtert und vertieft auch rein mechanisch die Atembewegungen. Durch die Anpassungsvorgänge des Körpers wird er auch stressresistenter.'Überlastung? Schlafstörungen? Weil beim Einatmen sauerstoffärmerer Luft mehr Stickstoff freigesetzt wird, der gefäßerweiternd wirkt und ein entspannungsfördernder Botenstoff ist, kann man leichter entspannen und besser schlafen. Weitere Einsatzgebiete: Minderung von Höhenkrankheit, sowie Höhentraining für Ausdauer- und Spitzensportler: „Der Organismus versucht das Sauerstoffdefizit durch Erhöhung von Herzschlagfrequenz, Herzminutenvolumen (Blutvolumen, das pro Minute in den Körper gepumpt wird; Anm. Red.) und Atemfrequenz auszugleichen und wird so auf härtere Bedingungen trainiert.“ Erklärt Höhenmediziner DDr. Martin Burtscher, Institut für Sportwissenschaften der Universität Innsbruck. 
Info: Die hypobare Klimakammer simuliert dem Auf- und Abstieg entsprechend, genau dosiert, Bedingungen, wie sie Druck und Sauerstoff in etwa 3500 Metern Seehöhe entsprechen. Diese Reize lösen verschiedene heilsame Vorgänge im Organismus aus.Das Intervall-Höhen-Training erfolgt durch wechselweises Einatmen verdünnter, also sauerstoffärmerer, Berq-Luft mittels Atemmaske. 
Wussten Sie dass ab den 1930er Jahren so genannte Keuchhusten-Fluge durchgeführt wurden? Man flog mit erkrankten Kindern etwa eine Stunde in 3000 Meter Höhe, um ihre Beschwerden zu bessern. Die ersten Studien über die unterstützende Behandlung mit Höhentherapie bei Keuchhusten, Bronchitis und Asthma wurden übrigens in den 50er und 60er Jahren durchgeführt. Bis in diese Zeit erfolgten auch die Keuchhusten-Flüge, die dann von den Therapien in den Klimakammern abgelöst worden sind.


AUFWIND - Österreichische Lungenunion

von Otto Spranger  

Höhenmedizin - Jungbrunnen für Herz, Hirn und Lunge

Wissenschaftler  haben bereits vor  100 Jahren damit begonnen, die gesundheitsfördernde  Wirkung des Alpen  Klimas zu erforschen und dieses als Heilmittel  einzusetzen. 

Körper arbeitet wirtschaftlicher
Durch den Aufenthalt in dünnerer Luft, wie im Gebirge, in der   Klimakammer oder bei der individuell gestalteten Intervall Hypoxie   Therapie wird die Blutneubildung stark angekurbelt, womit sich die   Qualität des Blutes und damit die Sauerstoffversorgung im Gewebe   beziehungsweise in in den Zellen verbessert. Der Körper registriert,   wenn die Luft dünner wird und wird aktiver, um den Sauerstoffmangel   auszugleichen. Anschließend werden die Aktivitäten wieder gedrosselt. So  "Iernt" der Organismus, Kräfte wirtschaftlicher einzusetzen und neue   zu mobilisieren. Bei der hypobaren Therapie wird in einer Klimakammer  ein Unterdruck  erzeugt, der dem Luftdruck und der  Luftzusammensetzung  einer Seehöhe  von ca. 3.500 Metern entspricht. Das sind ähnliche  Verhältnisse wie im  Gebirge oder in einem modernen Passagierflugzeug.  Wenn die Luft in der  Kammer dünner wird, kommt es – für den Patienten  auf angenehme Weise -  zu einem künstlichen Reiz, so etwa wie beim  Reizklima im Gebirge. Nach etwa 10 Behandlungen in der Klimakammer sind  erste gesundheitliche  Erfolge für das Atem- und das Herz-Kreislauf-  System zu verzeichnen: Die  Atemorgane werden leistungsfähiger in Bezug auf Sauerstoff-aufnahme  und  -transport, der Sauerstoff kann besser vom Körper genüzt werden und   das Immunsystem wird gestärkt. Wird der Körper zunächst   widerstandsfähiger gegenüber dem künstlich erzeugten Klimareiz, kann er   diese Abwehrkraft auch gegenüber anderen Reizen, zum Beispiel Infekten   nutzen. Besonders Menschen mit einer starken Infektanfälligkeit und   Menschen mit Atemwegserkrankungen, denen Medikamente nicht mehr helfen,   profitieren von der Unterdruckbehandlung in der Klimakammer.

Abwehrkräfte werden aktiviert
Vordergründiges Ziel einer  Unterdruckbehandlung ist es,  nebenwirkungsreiche Medikamente unter  Nutzung der Besonderheiten des  alpinen Klimas abzusetzen  oder  zumindest stark zu reduzieren.
Die gesunden Effekte einer Klimakammertherapie sind gerade bei Menschen   mit erhöhter Infektanfälligkeit im Bronchialbereich, chronischer   Bronchitis, Asthma bronchiale, frühkindlichem Asthma, chronischem oder   allergischem Schnupfen oder auch bei verengten Atemwegen vielfältig:

· es kann mehr Sauerstoff aufgenommen werden, 
· die Atemleistung wird verbessert,
· schwere Asthmaanfalle treten seltener oder nicht mehr auf,
· die Durchblutung der Lunge wird verbessert, 
· die Unterdruckbehandlung wirkt krampf- und schleimlösend,
· die natürlichen Abwehrkräfte werden aktiviert, es kommt zu deutlich weniger Verkühlungen,    
  Grippeerkrankungen und anderen Atemwegsinfekten, 
· die körperliche und seelische Belastbarkeit steigt, 
· das Allgemeinbefinden verbessert sich. 

Verdünnte Luft einatmen
Die lntervall Hypoxie Therapie (IHT) wurde von der Universität  Innsbruck  erprobt. Normale Atemluft hat einen Sauerstoffanteil von 21  Prozent,  der Stickstoffanteil betragt 78 Prozent und 1 Prozent sind  Edelgase.  Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen, aber auch  Herzkranke fühlen  sich aber wohler, wenn der Sauerstoffgehalt ihrer  Atemluft - so wie in  den Bergen - reduziert wird. Bei der IHT atmet der Patient eine auf seine Bedürfnisse angepasste   Sauerstoffkonzentration, die unter der Konzentration der Normalluft   liegt (also: z.B. 11 Prozent statt 21 Prozent) einige Minuten lang über   eine Atemmaske ein. Dieser Vorgang wiederholt sich bei einer  Therapiesitzung fünf bis  sechsmal. Die gesamte Behandlung umfasst zehn  Sitzungen, bereits nach  einigen Behandlungen tritt aber ein Erfolg ein.  Auch das Einatmen von  verdünnter Luft  per Atemmaske hilft Menschen  mit Atemwegs- oder auch  Herz-Kreislauferkrankungen, dass ihre Organe  ökonomischer arbeiten und  deshalb wieder leistungsfähiger werden. Dies  hat positive Effekte wie: 

· Erleichterung beim Stiegen –Steigen oder beim schnellen Gehen
· weniger Probleme mit der Atemnot
· Senkung des Blutdrucks
· Herz, Gehirn, Lunge, Leber und Muskeln werden besser durchblutet
· das Herz wird geschont
· der Blutzuckerspiegel sinkt
· die Blutfettwerte verringern sich
· der Schlaf wird erholsamer
· die Stimmung wird besser

Der Bregenzer Internist Prof. Dr. Egon Humpeler, Präsident der   Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin erläutert: 
„Bergluft ist tatsächlich ein wahrer Jungbrunnen, ein Gesundheitsquell, ein Stimulans, kurzum: eigentlich das beste was man einem geschundenen    kurzatmigen Körper nur antun kann. Also doch einigen von uns.“


1_2014 Running & Fitness
Höhentherapie, Höhentraining
Running & Fitness 1_2014.pdf (243.49KB)
1_2014 Running & Fitness
Höhentherapie, Höhentraining
Running & Fitness 1_2014.pdf (243.49KB)
10_2013 Running & Fitness
Im Banne des Giganten
everest.pdf (538.5KB)
10_2013 Running & Fitness
Im Banne des Giganten
everest.pdf (538.5KB)


Textauszüge von diesem Bericht:

RUNNING MAGAZIN

Claus Funovits

Dünne Luft als Medizin

Der Wiener Zahnarzt Dr. Christian Hammerer bereitet sich mit Hypoxie-training auf den Tenzing-Hillary Everest Marathon Ende Mai vor. Wie es ihm dabei ergangen ist, lesen sie in der nächsten Ausgabe von RUNNING.
Dass man mit einem Höhentraining die Leistungsfähigkeit von Ausdauersportlern verbessern kann, ist allgemein bekannt. Hypoxie-Training kann aber weit mehr. Es ist ein Jungbrunnen für Lunge, Herz und Hirn, weiß Alexander Daume vom Hypoxia Medical Center in Wien.
Spitzensportler machen es schon seit vielen Jahren, und es sei das Erfolgsgeheimnis der afrikanischen Läufer wird behauptet: Höhentraining. Kein Wunder, dass diese Möglichkeit der Leistungssteigerung auch bei Hobbyläufern immer beliebter wird. Die Sache hat nur einen Haken, so ein Höhentrainingslager ist zeitaufwendig und kostet natürlich auch einiges. Und wenn dann das Wetter nicht passt – viel Spaß. Nicht zu vergessen: Die Familie beansprucht ja auch ihr Recht.
Rein in die Klimakammer. Die Lösung heißt Klima- beziehungsweise Hypoxiekammer. „Unter Hypoxie versteht man die den ganzen Körper oder Teile davon betreffende Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff“, erklärt Alexander Daume, Inhaber des Hypoxia Medical Center im 9. Bezirk in Wien. Diese Unterversorgung bewirke einen
so genannten „unspezifischen“ Stress, der vom Körper bewältigt werden müsse. „Das ist das Grundprinzip, nach dem die hypoxischen Therapien funktionieren.“ Einfach gesagt, in der Hypoxiekammer wird der Aufenthalt in Höhenlage, also in dünner Luft, simmuliert.
Hier wartet der Experte gleich mit einer überraschenden Bemerkung auf: „Viele Menschen unterliegen dem Irrglauben, in großer Höhe sein weniger Sauerstoff vorhanden und das bewirke die Unterversorgung. Das ist ein Irrtum. Luft besteht zu 21 Prozent aus Sauerstoff, der Rest ist Stickstoff – in allen Höhenlagen. Was mit der Höhe abnimmt, ist der Luftdruck und damit auch der Sauerstoffpartialdruck. Und das bewirkt, dass in einem Kubikmeter Atemluft in der Höhe weniger Sauerstoff enthalten ist, als auf Meeresniveau, weil sich die 21 Prozent Sauerstoff nun auf ein geringeres Gesamtvolumen beziehen.“
Auf den dadurch entstehenden (Atem)Stress, sprich Sauerstoffmangel, kann sich der Körper einstellen – und davon sogar profitieren.
Nicht nur für Sportler
Die Therapiemöglichkeiten mit Hypoxie beschränken sich aber nicht nur auf den Leistungssport und das Höhentraining für Bergsteiger. Daume: „Die Therapiemöglichkeiten mit Hypoxie sind vielfältig und wissenschaftlich erwiesen.
Sie eignen sich bestens für Allergiker und bei chronischen Atemwegserkrankungen, bei Asthma bronchiale und Keuchhusten. Weiters wird das Immunsystem gestärkt. Und nicht zu vergessen: Die Medikamenteneinnahme der Betroffenen wird dadurch
reduziert. Ganz allgemein kann man sagen: Durch das Höhentraining wird die Atemleistung gesteigert und das Allgemeinbefinden wird dadurch verbessert. Und das will doch jeder.“
Prinzip Stressbewältigung
Im Hypoxia Medical Center wird der für die Therapie oder das Training erwünschte „Atemstress“ künstlich herbeigeführt. Das erfolgt einerseits in der Klimakammer oder andererseits mit einer Atemmaske, durch die Luft mit einer geringeren Sauerstoffkonzentration als die übliche 21 Prozent zugeführt wird.
„In der Klimakammer können wir den Luftdruck absenken und somit praktisch jede beliebige Höhenlage simmulieren. Der Ablauf ist ganz simpel, wir starten auf der Höhe des 9. Bezirks, fahren in 11 Minuten auf ca. 3.500 m, verbleiben dort ca. 20 min. und setzen dann einen langsamen Sinkflug an, um bestmöglich die Druckunterschiede zu nützen, die für uns therapeutisch sehr wichtig sind,
da wir so eine sehr starke entschleimende Wirkung auf die Nebenhöhlen und auf die Lunge erreichen können. Nach etwa 10 Sitzungen in diesem so genannten Reizklima lassen sich bereits erste Verbesserungen des
Atemsystems erkennen. Das Atemvolumen wird erhöht und die der Sauerstofftransport verbessert. Besonders bei Kindern mit chronischen Erkrankungen der Atemorgane ist die Erfolgsquote sehr hoch,“ erklärt Daume.
Epo – aber Legal 
Der für Sportler wohl wichtigste „Nebeneffekt“ der Apassung an Hypoxie, ist die Bildung von Erythropoetin – besser bekannt unter der Kurzbezeichnung EPO. Im Klartext: Die Bildung von roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport zuständig sind, wird durch durch die Höhenanpassung vermehrt. Daume: „Durch eine längerfristige Simmulation des Aufenthalts in Höhenlage kann es natürlich zur vermehrten
Bildung von roten Blutkörperchen kommen, viel wichtiger ist aber die Verbesserung der Lungenleistung, die wir durch Hypoxie erzielen können.
Die Lunge ist das Stiefkind der Flachlandsportler

Und hier setzen wir an. Durch den Aufenthalt in der Klimakammer oder das Training auf dem Ergometer mit verminderter Sauerstoffzufuhr, erzielen wir eine Ökonomisierung des Sauerstofftransports und verbessern somit auch die Leistungsfähigkeit. Und: Ein gut trainiertes Sauerstofftransportsystem verkürzt auch die Regenerationszeit, was für Sportler besonders wichtig ist. Denn je schneller ich mich erhole, desto öfter kann ich trainieren.“ Jungbrunnen. Der Aufenthalt in Höhenlage ist also weit mehr als eine Trainingsform bei Ausdauersportlern. Egon Humpeler, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin bringt es auf den Punkt: „Bergluft ist ein wahrer Jungbrunnen, ein Gesundheitsquell, ein Stimulans.“






Textauszüge von diesem Bericht:

HAUSARZT

Prim. Dr. Sascha Sajer 

Hypobare Therapie und Interval Hypoxic Training ®bei chronischen Atemwegserkrankungen Unter intermittierender Hypoxie (IH) wird die wiederholte Sauerstoffmangelexposition, unterbrochen von normoxischen Phasen, verstanden. Der Sauerstoffmangel kann durch natürliche Höhe, den Aufenthalt in hypobaren oder hypoxischen normobaren Kammern oder durch Atmung eines Sauerstoffmangelgemisches über eine Maske (Interval Hypoxic Training – IHT®) erzeugt werden.Ausgangspunkt  der Höhentherapie bildet die seit Jahrhunderten bekannte positive Wirkung des Bergklimas auf den Organismus. In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Auswirkungen der Höhenhypoxie auf den menschlichen Körper von Luftfahrt- und Höhenmedizinern analysiert. .........

Geschichte
Der Kinderarzt Eduard Friederich von Pander hatte bereits 1872 eine Pneumatische Heilanstalt in seiner Klinik in Frankfurt errichtet: „Am besten beweisen es die guten Erfolge bei einer Reihe von Respirationskrankheiten, welche man durch diese Behandlungsweise erzielt. Ausser den acuten und chronischen Catarrhen sind das Emphysem, der Keuchhusten, die pleuritischen Exsudate und die Anaemie die hauptsächlichsten Behandlungsobjecte dieser Methode“.
Die ersten sog. Keuchhustenflüge wurden 1927 durchgeführt. Kettner, der nach wiederholten ein­stündigen Flügen in 3000 m Höhe bei den 7- und 9-­jährigen Töchtern eines Sportfliegers eine Besserung sah, beschrieb als erster diese Therapiemöglichkeit.
Bereits in den 50er und 60er Jahren haben Mitglieder der ARGE Klimakammertherapie  (> 250 Ärzte und 10 Universitätskliniken in Deutschland und Österreich) zahlreiche Studien und Berichte über die unterstützende Behandlung von Keuchhusten, Bronchitis, Asthma und sinubronchialem Syndrom publiziert. ......

ZusammenfassungIH wird erfolgreich zur Leistungssteigerung bei Kranken und Gesunden, zur Prävention und Therapie verschiedener Erkrankungen sowie zur Höhenvorbereitung und im Spitzensport eingesetzt. IH ist charakterisiert durch eine Zunahme der Ventilation in Hypoxie, durch Adaptation des hämatopoetischen und Herzkreislauf-Systems, durch verbesserte Sauerstoffversorgung der Gewebe, eine Optimierung der Sauerstoffausnutzung und eine Funktionsverbesserung des Immunsystems. IH stimuliert die Erythropoese, wirkt cardioprotektiv, lipolytisch und antiinflammatorisch. IH stellt bei chronischen Atemwegserkrankungen und rezidivierenden Infekten eine wirksame unterstützende physikalische Maßnahme dar, die es ermöglicht die Dosis der Medikamente (wie z. B. Kortison, Broncholytika und Antibiotika) sowie die Dauer und Häufigkeit der Atemnot- bzw. Hustenanfälle zu reduzieren.





Textauszüge von diesem Bericht:

BABYEXPRESS                                                                              

Höhenluft macht Kinder gesund

Die so genannte Klima­kammertherapie wird als Mittel gegen Atemwegsinfekte eingesetzt. Vorteil: Wenn die kleinen Patienten darauf ansprechen, kann auf die Einnahme von Medikamenten verzichtet werden. Der Winter ist zwar bald vorbei, dennoch sieht man überall hustende, verschnupfte Kin­der und Erwachsene, kaum einer ist davon verschont geblieben. Vor allem die Kleinsten vermitteln den Ein­druck, sich die Seele aus dem Leib zu hus­ten, wenn eine Erkältung oder Grippe sie voll erwischt hat und leider sind nicht alle Medikamente, die Ärzte kleinen Patien­ten verschreiben, sinnvoll. Eine deutsche Studie hat ergeben, dass Kindern häufi­ger Antibiotika verschrieben werden als Erwachsenen, obwohl in vielen Fällen keine Notwendigkeit besteht. Antibioti­ka wirken gegen bakterielle Keime, wes­halb die Verschreibung bei Virusinfekten kaum Sinn macht. Werden sie unnötiger­weise verschrieben, hat das häufig zur Fol­ge, dass sie im Bedarfsfall keine Wirkung mehr zeigen. Die meisten Eltern wissen, wovon die Rede ist, wenn es um Atemwegsinfekte bei Kin­dern geht. Jene Sprösslinge, die den Kin­dergarten besuchen, bringen regelmäßig Husten oder Schnupfen mit nach Hause, was durchaus der Normalität entspricht. Im Idealfall stärken Infekte das Immunsys­tem. Doch, wenn die Zwerge sich einfach nicht erholen, mit Mama und Papa von einem Arzt zum nächsten ziehen und trotz medikamentöser Behandlung keine Bes­serung eintritt, wird (chronisches) Krank­sein zur Belastung für die gesamte Familie.                                                                         
Verzicht auf Medikamente
Am Institut für Klimatherapie, dem Hypo­xia Medical Center in Wien, wird mit Hil­fe der physikalischen hypobaren Thera­pie (Klimakammertherapie) eine Reduk­tion bzw das Absetzen der medikamen­tösen Behandlung angestrebt. Es handelt sich um eine seit 1954 anerkannte Heil­methode (erstmals behandelte 1872 ein Arzt in Frankfurt Patienten mit Hilfe einer Höhenkammer) und stellt "bei Kindern und Jugendlichen mit wiederkehrenden Infekten der Atemwege, asthmatischen Beschwerden, chronischem Husten und Schnupfen (starken Verschleimungen der Bronchien und Nasennebenhöhlen) eine wirksame, die medikamentöse Thera­pie unterstützende Maßnahme" dar. Im Rahmen dieser Therapieform werden in modernen Klimakammern Luftverhält­nisse geschaffen, die jenen im Gebirge ähneln, indem ein Unterdruck (hypobar = Unterdruck, Anmerkung) erzeugt wird. Die Luftzusammensetzung in der Klima­kammer entspricht jener in über 3000 Meter Höhe und kann als "Reizklima" (dünnere Luft + veränderter Luftdruck = Reizklima) bezeichnet werden. Der Kör­per reagiert, um den" Höhenreiz" aus­zugleichen, aktiver und erhöht seine Widerstandsfähigkeit.
Erste Erfolge nach zehn Sitzungen  
"Wir therapieren seit 57 Jahren Kinder mit chronischen oder wiederkehrenden Prob­lemen der oberen Atemwege und deren Symptomen (chronische Verschleimung, chronischer Husten, chronische Nasenne­benhöhlensekretionl chronische Rhinitis) in der infektfreien Periode mit dem Ziel, die Atemwege von Sekreten zu reinigen, zu durchbluten und das Immunsystem nachhaltig zu aktivieren.", so der Inhaber des Hypoxia Medical Center, Mag. Ale­xander Daume. Nach etwa zehn Sitzun­gen in der Klimakammer lassen sich in der Regel erste gesundheitliche Erfolge für das Atem- und das Herz-Kreislauf­System erkennen, die Atemorgane sind in Bezug auf Transport und Aufnahme von Sauerstoff leistungsfähiger, der Kör­per kann ihn besser nutzen, das Immun­system wird gestärkt. Die meisten Patien­ten sprechen sehr gut auf die Klimakam­mertherapie an: "Die Erfolgsquote bei Kindern ist bei dieser Form von chroni­schen Erkrankungen sehr hoch, Heilungs­garantie gibt es in der Medizin keine. Des Weiteren hängt der Behandlungserfolg natürlich auch von der Erstanamnese ab, deswegen wird jeder Patient vor einer Therapie im Ambulatorium auch ärztlich  untersucht, jeder Patient muss individuell abgeklärt werden (genaue Diagnose, bisherige Therapie, medikamentöse Behandlung, stationäre Aufenthalte etc…)  erklärt Mag. Daume. Kurzfristige Ergebnisse seien nach etwa 10 Behandlungen schnell möglich, für langfristige benötige man 20-30 Sitzungen, da der Organismus bei einer Reiztherapie eine gewissen Zeit für Umstellungen brauche.Während  der Sitzungen haben die kleinen Patienten die Möglichkeit zu spielen oder sich etwas vorlesen zu lassen. Wenn die Ohren sensibel auf den Druckausgleich reagieren, lässt sich dies durch Kauen oder Trinken beheben. Ob sich durch diese Therapie etwas dauerhaft ändern wird, kann klarerweise niemand vorhersagen, doch sie ist eine alternative Möglichkeit, langfristig auf die Einnahme von Medikamenten verzichten zu können. Und das ist nicht nur für die Sprösslinge äußerst erstrebenswert…

Bezirkszeitung
2011_Bezirkszeitung.pdf (332.68KB)
Bezirkszeitung
2011_Bezirkszeitung.pdf (332.68KB)


Wiener Wirtschaft
2011_Wr Wirtschaft.pdf (500.85KB)
Wiener Wirtschaft
2011_Wr Wirtschaft.pdf (500.85KB)


Ö1 Ganz ich -Wohlfühlen mit Ö1

Bergluft, auch Höhenluft genannt, genießt den Ruf, gesund zu sein.  Tourismusbetriebe werben mit der Höhenlage, ganze Orte leben von der  Bezeichnung "Höhenluftkurort".In so genannten Klimakammern wird das Reizklima im Gebirge künstlich  hergestellt, Patienten mit Atemwegserkrankungen erhalten ein  maßgeschneidertes Luftgemisch. Viele empfinden den Aufenthalt in großen  Höhen dennoch als Belastung. ....

Ö1 Dimensionen - Die Welt der Wissenschaft 

Wolfgang Bauer

Heilsame dünne Luft; Die Wirkungen von Klimakammern auf Gesundheit und Fitness
Es genügt, bestimmte Höhen zu simulieren, wie man es in Klimakammern und anderen Hypoxie - Einrichtungen durchführen kann. Mag. Alexander Daume ist Inhaber des Instituts für Klimakammertherapie  in Wien, das bereits seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts dünne Luft zu Heilzwecken anbietet  in Kammern, die einer geräumigen Kabine einer Seilbahn ähnlich sind.  Dort kann man sich ganz gezielt einer Höhe aussetzen, die nach  gründlichen Voruntersuchungen bestimmt wurde. Mag. Alexander Daume: „Das Wort Klimakammer müsste man jetzt kurzfristig  noch erklären: in der Medizin ist es eine hypobare Kammer, eine  Unterdruckkammer, also aufwendige Apparaturen, in denen man bei Licht  und klimatisiert Zeitung lesend einem Reiz ausgesetzt wird, dem  berühmten Reizklima des Gebirges. Wir verwenden die Faktoren der  Höhenlage, die sich positiv auf den Organismus auswirken , z.B. den  veränderten Luftdruck, der die Atmung mechanisch erleichtert.
Eine Weiterentwicklung im Institut, die sich seit bereits einigen Jahren  hier im Einsatz befindet, ist die intermittierende Hypoxietherapie. Hier werden Sauerstoff und Stickstoff in anderen Verhältnissen zusammen gemischt und per Atemmaske appliziert. Das sind sehr individuelle Therapien für Patienten, die an COPD oder Asthma leiden. “Zum Ablauf der Klimakammertherapie: Mag. Alexander Daume: „Der Ablauf  ist ganz simpel, wir starten auf der Höhe des 9. Bezirks, fahren in 11  Minuten auf ca. 3.500m, verbleiben dort ca. 20 min. bei so genanntem  fließenden Unterdruck, wo immer Frischluft zugeführt wird und setzen  dann einen langsamen Sinkflug an, um bestmöglich die Druckunterschiede  zu nützen, die für uns therapeutisch sehr wichtig sind, da wir so eine  sehr starke entschleimende Wirkung auf die Nebenhöhlen und auf die Lunge  erreichen können.“
Anders wird in Bad Reichenhall bis auf 6.000m – auf normobaren Weg-  therapiert. Geschäftsführer Dr. Nikolaus Netzer erklärt den Unterschied  zwischen beiden Hypoxieformen: „Die hypobare Hypoxie ist die natürliche Hypoxie, so wie wir sie am Berg vorfinden. Das heißt der Luftdruck wird weniger, mit dem Luftdruck werden auch die  Einzeldrücke der Gase weniger und damit auch der Sauerstoffpartialdruck  und daher wird weniger Sauerstoff ins Blut gepresst. In der normobaren  Hypoxie haben wir weniger Volumen Sauerstoff - wir verdrängen den  Sauerstoff durch Stickstoff, der für den Körper praktisch neutral ist,  keine Rolle spielt. Der Luftdruck und auch der Sauerstoffpartialdruck  bleiben unverändert. Medizinisch für den Körper sind die Auswirkungen  komplett identisch. Wir haben eine normobare Hypoxie, d.h. wir haben  auch völlig normale Räume, keine Unterdruckkammern, man muss durch keine  Schleuse gehen, sondern schaut aus wie ein normales, großes  Fitnessstudio und wir produzieren Stickstoff, den wir in die Räume  einleiten und der Sauerstoff fließt dann ab und dadurch entsteht dann  praktisch weniger Volumen an Sauerstoff in der Luft.“Sprecher: Egal ob normo - oder hypobar,  die Auswirkungen für den  Organismus sind jeweils gleich. Das Atmen fällt schwerer und wenn  weniger Sauerstoff ins Blut und damit zu den Muskeln gelangt, wird die  Leistungsfähigkeit reduziert. Doch der Körper steuert dagegen, das Blut  bildet verstärkt rote Blutkörperchen, damit mehr Sauerstoff  transportiert werden kann.
Univ. Prof. DDr. Martin Burtscher, Universität Innsbruck:
„ Die Hypothese des therapeutischen oder präventiven Einsatzes geht  davon aus , daß der Organismus auf eine Stresssituation mit  verschiedenen Formen der Adaptation reagiert und er nachfolgend in der  Lage ist, entweder auf diese spezifische Stresssituation dann günstiger  adaptiert zu reagieren, aber auch kreuzprotektive Effekte auftreten. Das  heißt, das der Körper auch auf andere, unspezifische Stresssituationen  gelernt hat zu reagieren, und diese Mechanismen beispielsweise bei einer  Krankheitsentwicklung günstig einsetzen kann.“
Sprecher: Sport- und Höhenmediziner Martin Burtscher vom Institut für  Sportwissenschaften an der Universität Innsbruck geht in groß angelegten  Untersuchungen der Frage nach, wie gezielt eingesetzter  Sauerstoffmangel Herz- und Lungenpatienten eine Erleichterung bringt. ......
Dr. Claudia Theodoropoulos-Klein, Fachärztin für Kinder- und  Jugendheilkunde und Sportärztin behandelt am Wiener Institut für  Klimakammertherapie zahlreiche Kinder mit Asthma, Bronchitis und  allergischer Rhinitis. Dr. Claudia Theodoropoulos-Klein: „In der Höhe, die wir in der Klimakammer erreichen, haben  wir einen veränderten Luftdruck, durch diesen veränderten Luftdruck  haben sie prozentuell weniger Sauerstoff zur Verfügung und erreichen  damit Hypoxiewerte, die sich positiv auf den gesamten Organismus  auswirken. Die Kinder müssen, da weniger Sauerstoff zur Verfügung steht,  effizienter und tiefer durchatmen. Die Hypoxie macht eine  Entzündungshemmung, ist krampf- und schleimlösend. Bei Kindern mit  chronischer obstruktiver Bronchitis und Asthma Bronchiale, wo eine  ständige Entzündung am laufen ist, kann man – auch begleitend zur  medikamentösen Therapie mit dieser physikalischer Therapieform sehr gute  Erfolge erzielen. Sie setzen einen Reiz auf das Immunsystem, um die  Abwehr der Kinder zu stärken. Kinder die Allergien haben, befinden sich  in den Klimakammern für diese eine Stunde in einem völlig allergenfreien  Medium, wie am Berg , wo es auch fast keine Allergene gibt.“ein bisschen wie bei Hanteltraining. Bei  Hanteltraining macht man mit höheren Gewichten, kurze und wiederholte  Reize um einen Effekt zu erzielen. Wenn sie heute gesunde Höhe erleben  wollen, werden sie über einen längeren Zeitraum eine niedrigere Höhe  wählen müssen, weil der Körper ja längere Zeit dem Reiz ausgesetzt ist.  Wenn sie eine Reiztherapie machen wollen , können sie Höhenreize über  einen kurzen Zeitraum einwirken lassen bzw. sogar bei den neuen  Technologien werden über wenige Atemminuten umgerechnet Werte bis zu  6.000m eingeatmet.“  ... (nur Auszüge aus dem Interview)


2008_Profil.pdf (1.34MB)
2008_Profil.pdf (1.34MB)





Textauszüge von diesem Bericht: 

PROFIL

Medizin -Die Bergdoktoren

In mittleren und großen Höhen reagiert der Organismus anders als im Tal –  für Wissenschafter Anlass zu besonderen Studien, die auch zur  Entwicklung neuer Medikamente führen.
Es war wohl eines der spektakuläreren bergmedizinischen Experimente, als  sich im Frühling 2003 eine deutsch-schweizerische Expedition aufmachte,  um den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, zu erklimmen. Mit im  Gepäck: ein Ergometer und die Ausrüstung für ein behelfsmäßiges  Lungenlabor. Die Bergsteiger sollten in einer Höhe von 5.300 Metern  medizinische Tests unter erschwerten Atembedingungen und körperlicher  Anstrengung absolvieren. Eine Tortur für die Probanden, aber ein Erfolg  für die Wissenschaft, konnten doch die beiden Studienleiter, Friedrich  Grimminger und Ardeshir Ghofrani vom Zentrum für Innere Medizin am  deutschen Universitätsklinikum Gießen, beweisen, dass mithilfe des  Arzneimittelwirkstoffs Sildenafil, besser bekannt als Potenzmittel  Viagra, der Lungenhochdruck, dem Lungenkranke im Tal und  Extrembergsteiger in großen Höhen gleichermaßen ausgesetzt sind,  verringert werden kann.
Unter erschwerten Bedingungen wie im Hochgebirge zeigt sich nicht nur  die Wirkung mancher Medikamente auf besondere Weise, es offenbaren sich  auch bestimmte positive oder negative Auswirkungen auf den menschlichen  Körper, die unter Laborbedingungen kaum getestet werden könnten. Von  besonderem wissenschaftlichem Interesse sind die Effekte von mittlerer  Höhe (bis zu 3000 Meter) und großer Höhe auf den Organismus.
Grimminger und Ghofrani waren auf der Suche nach einem Medikament, das  den Blutfluss in der Lunge bei Lungenhochdruck verbessern könnte, und  vermuteten in Viagra das Mittel der Wahl. Um das zu beweisen, waren  Versuchsreihen notwendig. „An Kranken konnten wir nicht experimentieren.  Um extremen Lungenhochdruck zu simulieren, blieben uns als Probanden  nur jene, die sich aufgrund der dünnen Luft in großen Höhen selbst  freiwillig krank machen: Extrembergsteiger“, berichtet Friedrich  Grimminger. Durch den Sauerstoffmangel haben die Veränderungen ihrer  Gefäße (siehe auch Kasten) Modellcharakter für zahlreiche  Lungenerkrankungen wie Lungenfibrose und eignen sich daher für die  Untersuchungen.

Ergometertest
Also schwangen sich die Bergsteiger in 5.300 Meter Höhe unter Beobachtung  der Mediziner beispielsweise auf einen Ergometer. Sobald  Gefäßveränderungen auftraten, erhielten die Probanden Sildenafil. Es  zeigte sich, dass der durch Sauerstoffmangel hervorgerufene  Lungenhochdruck mit dem Medikament tatsächlich gesenkt werden konnte,  gleichzeitig stieg die körperliche Leistungsfähigkeit. Die Versuche  zahlten sich aus, konnten die Mediziner doch beweisen, dass Sildenafil  den pulmonalen Blutfluss dorthin umleitet, wo beste Belüftung und  Sauerstoffanreicherung in der Lunge herrscht. Zwei Jahre später wurde  aufgrund der Tests Sildenafil unter dem Markennamen Revation im  Eilverfahren zur Behandlung des Lungenhochdrucks zugelassen.
Nicht ganz so spektakulär sind die Studien österreichischer  Bergmediziner und Sportwissenschafter, die sich vorwiegend mit den  Auswirkungen mittlerer Höhe auf den Organismus beschäftigen. Bereits  seit dem Jahr 1998 beforschen die Mediziner Wolfgang Schobersberger und  Egon Humpeler vom Institut für Urlaubs-, Reise- und Höhenmedizin an der  Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, medizinische Informatik  und Technik (UMIT) in Innsbruck die gesundheitlichen Auswirkungen eines  Urlaubs in den Bergen in Höhen von bis zu 2000 Metern. Für die Austrian  Moderate Altitude Study (AMAS) wurden drei Wochen lang 100 Probanden  mit dem metabolischen Syndrom (Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter  Blutzucker- und Cholesterinspiegel, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen  führen) in Lech und Obertauern getestet. Schobersberger: „Wir wollten  uns ansehen, wie sich Bewegung in den Bergen auf Probanden mit einer  Vorerkrankung auswirkt.“
Pro Woche standen fünf betreute Wanderungen am Programm, bei denen auf  die Herzfrequenz geachtet wurde, um die Versuchspersonen keinem erhöhten  Risiko auszusetzen. Nach drei Wochen hatten sich alle Kernbereiche des  metabolischen Syndroms verbessert: Ohne Diät speckten die  Versuchspersonen bis zu fünf Kilo ab, der Blutdruck normalisierte sich,  sodass Medikamente reduziert oder abgesetzt werden konnten, der  Cholesterinspiegel sank, und auch der Zuckerstoffwechsel verbesserte  sich. So konnte erstmals bewiesen werden, dass ein Aktivurlaub in den  Bergen tatsächlich die Gesundheit fördert.

Akute Beschwerden
Dies allerdings nur, wenn dem Körper im Vorfeld ausreichend Zeit für die  Akklimatisation gegeben wird, wie eine Studie des Höhenmediziners  Martin Burtscher vom Institut für Sportwissenschaften zeigt. Hat er  diese nicht, droht Höhenkrankheit. Er und sein Team befragten 576  Wanderer und Bergsteiger auf Hütten zwischen 2.200 und 3.800 Meter Höhe.  Die Wanderer mussten mindestens eine Nacht auf der jeweiligen Höhe  verbracht haben. Zusätzlich wurden Sauerstoffsättigung und Pulsfrequenz  gemessen. Dabei zeigten 25 Prozent Symptome der akuten Bergkrankheit  (ABK) – je höher am Berg, desto eher konnten Symptome nachgewiesen  werden. Auch stellte sich heraus, dass, anders als bisher angenommen,  Frauen ein 1,8-fach höheres Risiko hatten, ABK zu entwickeln, als  Männer.
Burtscher: „Das kann allerdings auch daran liegen, dass Frauen  mehr auf ihren Körper hören und Probleme schneller eingestehen als  Männer.“ Um trotzdem gesundheitlichen Nutzen aus dem Bergsport zu  ziehen, empfiehlt der Spezialist eine Phase von mehreren Tagen, um dem  Körper Zeit zu geben, sich auf die Bedingungen in ungewohnten Höhen  einzustellen. Denn selbst gut Trainierte können Probleme mit der  Höhenluft bekommen.
Um seinen Körper in Belastungssituationen besser kennen zu lernen und  sich auf den verminderten Sauerstoff in größeren Höhen einstellen zu  können, kann sich unter Umständen auch ein Hypoxie-Training bezahlt  machen. „In speziellen Unterdruckkammern simulieren wir die Bedingungen,  die in der jeweiligen Höhe vorherrschen, sodass sich Bergsteiger und  Wanderer von vornherein die notwendige tiefere Atmung aneignen.  Respiratorische Defizite, die unter Umständen in großer Höhe zu  Problemen führen, können so gezielt behandelt werden“, sagt Alexander  Daume vom Wiener Hypoxia Medical Center. Zwar gibt es über den Effekt  des Hypoxietrainings noch keine Studien, allerdings lassen sich derart  sensible Personen herausfiltern, die zu einem Höhenlungenödem neigen.  Burtscher: „Wenn sich diese dann trotzdem Gewalttouren in großen Höhen  antun, wissen sie zumindest um das Risiko und können sich noch gezielter  darauf vorbereiten.“

Höhenkrankheit - Alle Zustände
Ab 2.500 Meter Höhe muss der Organismus Mehrarbeit leisten.
Je höher man auf einen Berg steigt, desto geringer ist der  Sauerstoffgehalt der Luft, doch der Körper passt sich der ungewohnten  Situation an. In der ersten Phase (Adaptionsphase) werden die  Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet: Selbst  in Ruhephasen muss mehr geatmet werden, Puls und Energiebedarf steigen,  und auch der Stoffwechsel wird angeregt. Gleichzeitig wird in allen  Körperzellen ein so genannter Transkriptionsfaktor produziert, der in  den Zellkernen Prozesse anregt, welche die zweite Phase  (Akklimationsphase) einläuten: Es kommt zu einer Beruhigung der Atmung  und zu einer Anpassung des Herz-Kreislauf-Systems an die Höhe. Die Niere  produziert das Hormon Erythropoetin (EPO), was die Produktion roter  Blutkörperchen anregt. Diese versorgen in weiterer Folge das Gewebe  besser mit Sauerstoff.
Bereits ab 2.500 Meter Höhe kann es allerdings zur Höhenkrankheit kommen:  Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schlafstörungen gehören zu den  Symptomen. Ab 3.000 Meter Höhe wird es für den (untrainierten) Organismus  bereits kritisch. „Die Leistungsfähigkeit nimmt mit zunehmender Höhe  immer weiter ab“, weiß der Präsident der Österreichischen Gesellschaft  für Alpin- und Höhenmedizin, Franz Berghold. „Mit demselben  Energieaufwand, mit dem man auf 2.000 Meter Höhe in einer Stunde 500  Meter hochsteigt, schafft man auf 5.000 Meter nur noch 325 Meter und auf  8.000 Meter lediglich 145 Meter.“ ...

2007_Presse.pdf (995.17KB)
2007_Presse.pdf (995.17KB)






Textauszüge von diesem Bericht:

DIE PRESSE

Gerda Niebauer & Claudia Richter

Dünne Luft als Arznei gegen allerlei Leiden
ASTHMA. Nicht nur bei Atemwegsleiden erzielt die Hypoxie-Klimatherapie Erfolge.
Sich wieder besser konzentrie ren, besser schlafen, besser atmen können -  das sind nur einige der vielen Wirkungen des Therapeutikums dünne Luft,  also Luft, deren Sauerstoffgehalt reduziert ist. Diesem Phänomen  begegnen wir im Gebirge, der Zustand kann aber auch "künstlich"  erzeugt werden - entweder in sogenannten Klimakammern oder aber durch  spezielle Atemmasken, über die sauerstoffreduzierte Luft abgegeben wird.
Die Luft, die bei der sogenannten Hypoxie-Klimatherapie (Hypoxämie =  Sauerstoffmangel im Blut) eingesetzt wird, entspricht etwa jener in 3.500  Metern. Jeder, der sich einmal in diesen Höhen bewegt hat, weiß, wie  man da nach Luft ringt! Doch gerade diesen Leistungsstress setzen die  Klimatherapeuten ganz bewusst ein.
Den Aufenthalt in oder die Therapie mit sauerstoffarmer Luft bezeichnet  Univ.-Prof. Dr. Martin Burtscher, Institut für Sportwissenschaft an der  Universität Innsbruck, als Atemtraining und Bewältigung von  unspezifischem Stress. Der Organismus profitiere von dieser Stressübung  in verschiedener Weise und das erkläre auch die vielfältigen  Anwendungsmöglichkeiten dieser Therapie.
Vor allem Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Asthma oder Dauerhusten  können auf diese Weise gut behandelt werden. Aber auch  Herz-Kreislauf-System, Fettstoffwechsel, Blutdruck und Blutzucker werden  häufig positiv beeinflusst. Außerdem hat sich immer wieder gezeigt,  dass eine Hypoxie-Therapie zu einer Stärkung von Immunabwehr und  Belastbarkeit führen sowie Schlafstörungen lindern kann. In vielen  Fällen besserten sich zudem subjektive Befindlichkeit und Stimmungslage.
Der Erfolg einer Hypoxie-Therapie beruht vor allem auf einer  Verbesserung der Belüftung der Lunge und ihrer Funktionen.  Untersuchungen, unter anderem an den Universitätskliniken in Innsbruck  und Graz, haben überdies gezeigt, dass sich vermehrt rote Blutkörperchen  bilden, wodurch der Sauerstoff schneller und effektiver in die Zellen  transportiert werden kann. Diese Effekte lassen sich auch zur Prävention  von Herz-Kreislaufkrankheiten und für die Rehabilitation einsetzen.
Apropos Herz: Auch Patienten mit Herz-Kreislauf-Störungen profitieren  von einer moderaten Sauerstoffreduzierung, wie sie in etwa 1.800 Meter  Höhe herrscht. Das hat eine Studie an der Innsbrucker Universitätsklinik  für Kardiologie unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Otmar Pachinger  ergeben. Die Studienteilnehmer waren zwischen 50 und 70 Jahre alt,  Gesunde wie Herzkranke trainierten 15mal am Heimfahrrad, eine Gruppe in  normaler Luft, die anderen mit sauerstoffreduzierenden Masken. Ergebnis:  In der Hypoxie-Gruppe verbesserten sich - sowohl bei Personen ohne als  auch mit Koronar-Erkrankung - Leistungsfähigkeit und arterielle  Sauerstoffversorgung.
Erwiesen ist zudem, dass Hypoxie auch die Lebensqualität von Kindern mit  Asthma verbessert. Die Therapie verlängert die anfallsfreien Zeiten  bedeutend, der Schlaf wird ruhiger, Medikamente können reduziert werden  und die viralen Infekte werden seltener.
Hypoxie lässt sich aber auch rein sportlich einsetzen - etwa zur  Leistungssteigerung bei Top-Alpinisten, aber auch bei normalen  Bergwanderern und Skisportlern. In der Klimakammer am  sportwissenschaftlichen Institut in Innsbruck etwa trainieren Sportler,  die sich auf extreme Bergtouren vorbereiten wollen, durchschnittlich  fünfmal in der Woche am Fahrrad und am Laufband jeweils eine Stunde  lang.
Freilich bringt auch Training in frischer Luft und entsprechenden  Höhenlagen zahlreiche Positiva. Wie sagt es doch Univ.-Prof. Dr. Egon  Humpeler, Internist und wissenschaftlicher Beirat der österreichischen  Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin, so treffend: \"Zuerst dreht  der Motor Körper auf, um dann voll auf Leistung zu kommen. Dann aber, am  Ende des Höhenaufenthalts, läuft er ruhiger, mit niedriger Drehzahl und  erbringt dabei die gleiche oder sogar bessere Leistung. Bergluft ist  tatsächlich ein wahrer Jungbrunnen, ein Gesundheitsquell, ein Stimulans,  kurzum: eigentlich das Beste, das man einem geschundenen, kurzatmigen  Körper antun kann....

Ganze Woche
2007_Ganze Woche.pdf (1.02MB)
Ganze Woche
2007_Ganze Woche.pdf (1.02MB)





Ärztezeitung  

Dr. Gerta Niebauer

Dünne Luft als Medizin

Die Hypoxie als Therapie führt zur  Leistungssteigerung bei Koronarpatienten, bei Personen mit metabolischem  Syndrom und Atemwegserkrankungen; aber auch beim Höhentraining und zur  Leistungssteigerung von Extremsportlern kommt sie zum Einsatz. Experten  informierten darüber bei einer internationalen Konferenz zum Thema "Hypoxia in Medicine" in Innsbruck.

Grundprinzip Stressbewältigung
Die Erklärung dafür liefern jetzt umfangreiche wissenschaftliche  Untersuchungen, die von einem internationalen, interdisziplinären  Expertenteam in Innsbruck präsentiert wurden. Das Training in  sauerstoffarmer Luft und damit die Bewältigung  eines "unspezifischen  Stress" sieht Univ. Prof. DDr. Martin Burtscher. (Institut für  Sportwissenschaft der Universität Innsbruck) als Grundprinzip der  hypoxischen Therapien.Dieses antrainierte Stressmanagement kann der Organismus in  verschiedensten Situationen nützen und erkläre die Vielfalt der  Anwendungsmöglichkeiten: bei rezidivierenden Infekten, Immunschwäche,  chronischen Atemwegserkrankungen, Asthma bronchiale, Keuchhusten,  Rehabilitation nach chronischen Krankheiten, Höhentauglichkeit, Training  für Extremsportler, aber auch für Bergwanderer und Skifahrer. Die normale Luft besteht aus  21 Prozent Sauerstoff, der Rest ist  Stickstoff. Dieses Verhältnis bleibt in allen Höhenlagen gleich, nur  sind eben  21 Prozent eines geringeren Gesamtvolumen, je nach Höhe und  das bekommen Höhenuntrainierte  bereits ab etwa 1.700 Meter zu spüren.  Aber auch auf diesen unspezifischen Stress, nämlich den  Sauerstoffmangel, kann sich der Körper einstellen und davon sogar  profitieren. Für das Training genügt eine moderate Sauerstoffreduktion  von etwa 10-15 Prozent, die entweder in Höhen um 1.800 Meter, in einer  Klimakammer wie im Innsbrucker Institut oder mit einer Atemmaske erzielt  werden kann.Grundsätzlich haben alle Untersuchungen gezeigt, dass ein wesentlicher  Erfolg der hypoxischen Behandlung in der Anregung der Bildung von roten  Blutkörperchen liegt. Dadurch wird eine Reihe von Effekten erzielt, sei  es präventiv, bei der komplementären Behandlung von Krankheiten, bei der  Rehabilitation, bei Anti- Aging Strategien und bei der  Leistungssteigerung. Hypoxische Methoden stimulieren die Erythropoese, sie wirken cardioprotektiv, lipolytisch und antiinflammatorisch.

Leistungssteigerung trotz koronarer Erkrankungen
Eine Studie, die an der lnnsbrucker Univ. Klinik für Kardiologie unter  Leitung von Univ. Prof. Dr. Otmar Pachinger durchgeführt wurde, zeigt,  dass auch älteren Menschen zwischen 50 und 70 Jahren, unabhängig davon,  ob eine koronare Erkrankung vorliegt, von einem hypoxischen Training  profitieren.In zwei Gruppen, mit sauerstoffreduzierender Maske oder in normaler  Luft, wurden die Teilnehmer drei Wochen hindurch in 15 Sitzungen zu zwei  bis drei Minuten am Fahrrad, 1 Watt/kg, kontrolliert. Systolischer  Blutdruck und Konzentration der Blutlaktate sanken, die bessere  Sauerstoffaufnahme ( + 6,2 Prozent) nach Hypoxie wurde, im Vergleich zur  anderen Gruppe, von einer besseren arteriellen Sauerstoffversorgung  begleitet. Sowohl bei gesunden Personen als auch bei jenen mit einer  Koronarerkrankung verbesserten sich aerobe Kapazität und  Leistungsfähigkeit.

Besserung bei Atemwegserkrankungen
Wie die Lebensqualität von Kindern mit Asthma durch eine hypoxische  Behandlung wesentlich verbessert werden kann, zeigen Studien des  Clinical Research Laboratory of Hypoxian Medical Academy in Moskau. 128  Kinder zwischen sechs und sechzehn Jahren mit Asthma wurden in drei  Gruppen - eine mit vollständiger Hypoxia Therapie, unvollständiger oder  PIacebo. Behandlung eingeteilt. Die Gruppe mit der konsequenten 14  Session Therapie zeigte noch nach drei bis vier Jahren eine um 97  Prozent längere Remission, einen geringeren Medikamentenverbrauch,  weniger virale Infekte und eine weitaus bessere Lebensqualität.

Höhentraining und sportliche Leistungssteigerung
Naheliegend für die lnnsbrucker Sportwissenschafter ist natürlich das  Höhentraining, Leistungssteigerung und damit auch mehr Sicherheit für  extreme Alpinisten, aber auch für Bergwanderer und Skiurlauber.  Spezielle Einrichtungen dafür bietet die Klimakammer am  sportwissenschaftlichen Institut, in der am Laufband und am Fahrrad  trainiert werden kann. Sportler, die für eine extreme Bergtour fit sein  wollen, halten sich durchschnittlich fünfmal in der Woche eine Stunde in  der Klimakammer auf, um sich entsprechend vorzubereiten. Untrainiert  oder mit kardiovaskularen Beschwerden in die Berge zu gehen, kann  gefährlich werden, warnen die Sportmediziner. Das erste Institut für Klimakammertherapie/Hypoxia Medical Center  wurde bereits 1955 in 1090 Wien am Julius Tandler Platz 5 gegründet. Verschiedene Komponenten des Höhenklimas werden künstlich hergestellt.  Die Behandlungen wurden noch unter Univ. Prof. Karl Fellinger vom  Obersten Sanitätsrat als Heilmethoden anerkannt. Speziell bei Atemwegserkrankungen und bei lnfektionsanfälligkeit werden sehr gute Erfolge erzielt.



Salzburger Nachrichten

Barbara Morawec

Bergluft als Therapie

Kindern mit Dauerhusten hilft Höhenluft. Die gibt es nicht nur in den Bergen Sommerfrische in den Bergen, im Winter Besuche in der Klimakammer. Das   könnte für viele Kinder das ideale Rezept sein, die ständig verkühlt sind und ihre chronischen Atemwegserkrankungen nicht loswerden. Klimakammer? Das ist eine Druckkammer mit Bänken, in der die dünne Luft der Berge simuliert wird. Kinder bleiben mit ihrer Mama bis zu einer Stunde in dieser Kammer. Sie können sich frei bewegen, reden, spielen.  Ihre kindliche Ungeduld wird nicht überstrapaziert. Und sie bekommen   nach und nach mehr Luft in ihre Lungen. Die Therapie in der  Klimakammer nennt man auch hypobare (griechisch:Unterdruck) Therapie.Sie ist bei Atemwegserkrankungen und starker  Infektanfälligkeit eine  Möglichkeit, wenn kein Medikament mehr hilft. Bereits zehn Prozent  unserer Kinder haben chronische Bronchitis und Asthma bronchiale. Medikamentöse Behandlungen führen nicht immer zum  Erfolg. Kinder können  mit der Zeit Resistenzen entwickeln.
Claudia Theodoropoulos-Klein,  Kinderärztin und Pulmologin, hat ihre Erfahrungen mit verzweifelten  Eltern gemacht: „Manche wissen einfach nicht mehr, was sie noch unternehmen sollen. Sie sagen mir, ihr Kind huste gequält jede Nacht durch und könne sich einfach  nicht mehr erholen.“Das Prinzip der Klimakammer ist denkbar  einfach: Menschen, die sich in  höheren Gebieten aufhalten, haben mehr  rote Blutkörperchen, damit auch  in dünnerer Luft gleich viel Sauerstoff  gebunden werden kann. Der  Organismus passt sich an das Klima an. Den gleichen Effekt kann man mit  solchen Unterdruckkammern erzeugen. Theodoropoulos-Klein: „In der  Unterdruckkammer können Verhältnisse  simuliert werden, die einem  Aufenthalt in ca. 3.500 Metern Höhe entsprechen.  Durch das nicht als unangenehm empfundene Atmen dieser dünneren Luft  kommt es zu einem  künstlichen Reiz.“ Denn dieser Reiz (milde Hypoxie)  ähnelt dem Reizklima  im Gebirge. Bei wiederholten Aufenthalten in der  simulierten Höhe (zehn  Sitzungen) kommt es zu positiven Veränderungen  im Körper.Man nennt dies physiologische Adaption. Durch die  veränderten  Druckverhältnisse in der Klimakammer sind die Kinder  gezwungen, tiefer  und effizienter zu atmen. Die veränderten  Druckverhältnisse führen zur  Schleimlösung. Theodoropoulos-Klein:
„Es stellen sich gleich mehrere  Effekte ein. Zum Beispiel eine gesteigerte  Sauerstoffaufnahme, eine  verbesserte Durchblutung der Lunge, die  Atemleistung des Kindes wird  besser, die natürlichen Abwehrkräfte  werden aktiviert, das Immunsystem  dadurch gestärkt und vor allem die  schweren Anfälle besonders in der  Nacht lassen nach.“

Neben dem  Institut in Wien (www.hypoxia.at) gibt es auch noch ähnliche   Einrichtungen in der Kaisertherme Bad Ischl, der Alpentherme Gastein und  dem Kurmittelhaus in Bad Reichenhall.


HAUSARZT

400.000 Sitzungen in der  Klimakammer

Klimakammer erleichtert Atmung und verbessert Immunsystem bei  Bronchitis,  Asthma und COPD. Das Ambulatorium für Atemwegserkrankungen  Hypoxia Medical Center in Wien feierte vor kurzem seinen  50. Geburtstag. Die Einrichtung bietet Hypoxie- Therapie vor allem für Menschen, die an einer Atemwegserkrankung,  wie etwa Bronchitis,  Asthma oder COPD leiden. Auch Infektanfälligkeit und Leistungsschwäche können  in der Klimakammer erfolgreich beeinflusst werden. In dieser so  genannten hypobaren Kammer werden die Erkenntnisse der Höhenmedizin  genutzt. Es wird dabei eine Höhe von ca. 3.500 Metern nachempfunden. Dadurch  werden die Atemorgane wieder leistungsfähiger in Bezug auf  Sauerstoffaufnahme und –transport. Durch die krampf- und schleimlösende Wirkung kommt es zum Schwinden  schwerer Anfalle und in der Folge zu einer deutlichen Senkung der  Infektanfälligkeit.„Dies erhöht die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig“, ist der  ärztliche Leiter des Hypoxia Medical Center am Wiener Julius Tandler  Platz überzeugt. Im Vordergrund der Bemühungen des Instituts steht  dabei, die Beschwerden der Patienten so weit zu verbessern, daß nebenwirkungsreiche Medikamente abgesetzt werden können.



MEDIZIN POPULÄR

Dr. Kurt Markaritzer


WAS ICH IMMER SCHON WOLLTE

Endlich Zeit für geheime Wünsche Kilimandscharo bezwungen
Der 59-jährige Geschäftsführer Reinhard D. aus Wien hat seinen  Lebenstraum auf einer Reise anderer Art verwirklicht: Er hat den  Kilimandscharo bezwungen, den höchsten Berg Afrikas, und vorher dafür im  Institut für Klimatherapie in Wien („Hypoxia-Institut“) trainiert. Noch  aus Afrika schrieb er einen begeisterten Brief: „Durch das Training,  sauerstoffarme Luft zu atmen, hat mein Körper in den  Kilimandscharo-Etappen auf 2.700 Metern, 3.700 Metern, 4.700 Metern und  am letzten Tag bis 5.850 Meter gewusst, wie er reagieren muss. Ich habe  mich einfach in allen Höhen recht gut gefühlt, obwohl ich in meiner  Gruppe von neun Österreichern der einzige ,Wiener Flachländer‘ war und  der Einzige überhaupt, der noch nie im Leben zu Fuß auf einen Berg ging –  außer den Kahlenberg." So ausgefallene Touren sind gar nicht so selten, neben der  Kilimandscharo-Besteigung in Afrika sind auch Trekking-Touren in Asien  regelrechte Hits bei den Seniorenreisen. Gerade das Beispiel von  Reinhard D. zeigt allerdings, dass derart ungewöhnliche Ziele in großen  Höhen nicht ohne gediegene Vorbereitung bewältigt werden können. Denn,  so sagt Prof. Dr. Erwin A. Koller vom Institut für Physiologie der  Universität Zürich: „Der Mensch ist für große Höhen nicht geschaffen, er  muss sich daran herantasten. Das erfolgt über eine Tage bis Wochen  dauernde Langzeitanpassung. Ihr Gelingen entscheidet über Segen oder  Fluch, Gesundheit oder Krankheit in der Höhe.“

Spezialtraining notwendig
Univ. Prof. DDr. Martin Burtscher vom lnstitut für Sportwissenschaften der Universität lnnsbruck erklärt, warum ein Spezialtraining notwendig  ist: „Wer Alpinsport betreibt – das gilt für Jung und Alt – muss über  viel Ausdauer verfügen. Die Fähigkeit dazu hängt unter anderem davon ab,  wie viel Sauerstoff jemand aufnehmen kann. In größeren Höhen ist diese  Aufnahme erschwert, denn der Sauerstoffteildruck der Luft wird – so wie  der Gesamtluftdruck – pro 1.000 Höhenmeter um etwa zehn Prozent  niedriger. Das wirkt sich bis etwa 1.500 Meter über dem Meeresniveau  kaum aus, in größeren Höhen aber nimmt die Sauerstoffaufnahme und damit  die Leistungsfähigkeit immer mehr ab, bei hochtrainierten Ausdauerathleten – die natürlich von einem wesentlich höheren Level  ausgehen – sogar mehr als bei untrainierten Personen.“
Interessanterweise verringert sich dadurch der Leistungsunterschied  zwischen Trainierten und Untrainierten mit zunehmender Höhe, doch ist  das kein Freibrief für abenteuerlustige Senioren, sich ohne weiteres auf  Himalaya-Berge oder Berggiganten ähnlicher Größenordnung zu wagen.  Gerade für sie ist es vielmehr unverzichtbar, sich auf den Aufenthalt in  extremen Höhen vorzubereiten. Das geschieht durch einen simulierten  Höhenaufenthalt in einer Unterdruckkammer oder mit Atemmasken, durch die  der Bergbezwinger in spe sauerstoffarme Luft einatmet.

Keine Höhenkrankheit
Dieses Trainingsprogramm zeigt Wirkung. Prof. Burtscher: „Innerhalb von  drei Wochen wird in neun Sitzungen von jeweils ein bis zwei Stunden die  Neubildung des Bluts gesteigert und damit dessen  Sauerstofftransportkapazität und die aerobe Leistungsfähigkeit erhöht.“  Die angenehme Folge: eine allgemeine Leistungsverbesserung. Dazu nimmt  die Neigung zur Höhenkrankheit ab, also zu unangenehmen und zum Teil  gefährlichen Symptomen wie starke Übelkeit, Kopfschmerzen,  Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall und  Schwindelgefühl oder Lungen- und Gehirnödeme.Angeboten wird eine Höhensimulation unter anderem am Institut für  Klimatherapie in Wien, das an sich vor allem auf physikalische Therapien  bei chronischen Atemwegserkrankungen und Infektanfälligkeit  spezialisiert ist, aber auch Männern und Frauen offen steht, die ihren  Körper auf eine Trekking-Tour in Nepal oder andere Höhenabenteuer  vorbereiten wollen. Eine Trainingssitzung besteht aus Atemphasen mit  „Höhenluft“, deren Sauerstoffgehalt je nach Trainingsfortschritt und  Belastungsfähigkeit zwischen zwölf und neun Prozent beträgt, und Pausen,  in denen normale Luft mit 21 Prozent Sauerstoffgehalt eingeatmet wird.Der Chef des Instituts, Mag. Alexander Daume, berichtet von einem  steigenden Interesse an diesem Spezialtraining („Interval Hypoxic  Training“) gerade auch bei Senioren: „Es gibt immer mehr unerfahrene  Höhenreisende, die sich rechtzeitig informieren und ihren Körper auf das  bevorstehende Abenteuer einstellen wollen.“

 

ORF - Modern Times Gesundheit

Sepp Glanz

Heilende Höhenluft

Sprecher: Bergluft ist gesund, das ist landläufig bekannt. Jetzt konnten  österreichische Forscher in einer weltweit aufsehenerregenden Studie  beweisen, wie positiv sich die Höhenluft auf Herz-Kreislauferkrankungen,  Atemwegsinfekte und das Immunsystem auswirkt. Gemeinsam mit der  Russischen Akademie der Wissenschaften haben die Forscher spezielle  Therapievorrichtungen entwickelt - sie sollen es jedem ermöglichen, die  „heilsame Luft\" zu atmen, nicht nur den Bergsteigern.
Für gehöriges internationales Aufsehen sorgte die österreichische  Höhenstudie, die als erste Arbeit dieser Art den wissenschaftlichen  Beweis erbrachte: Bergurlaub ist gesund. Schon ein Aufenthalt in 2000  Meter Seehöhe stärkt das Herz, den Kreislauf und die Atmung. Medikamente  können reduziert oder ganz abgesetzt werden.
Das Geheimnis des Bergurlaubs liegt in der Mobilisierung der  Abwehrkräfte des menschlichen Organismus, der den Sauerstoffmangel  registriert und seine Aktivitäten kräftig ankurbelt.....

http://www.youtube.com/watch?v=cdGVwSNslLg

nach oben